Reisebericht Griechenland / Kreta

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Rampage
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Reisebericht Griechenland / Kreta

Beitrag von Rampage » Do. 18.05.2006, 14:31

Hallo, Leute!

Auch ich möchte euch meinen Reisebericht über unseren Urlaub in Griechenland nicht vorenthalten :wink:

Wir buchten über das Internet unter www.holidaycheck.de da wir hier nur gutes über das Hotel Fodele Beach auf Kreta gelesen haben.
( Wir dachten, wir sind ganz clever :roll: )

Ein genaues Bild über die Katalogbeschreibung bekommt Ihr unter:

http://www.holidaycheck.de/hotel-Katalo ... tml#inhalt

Um euch allen meine Erfahrungen mit diesem Urlaub näher zu bringen, habe Euch einfach mal mein Schreiben über meine Erlebnisse an das Reiseunternehmen hier rein kopiert:

Beanstandung
Buchungsnummer: 69174 / 2727055/1 / 06.04.06 / MERL
All-Inclusive-Urlaub von 28.04.2006 bis 08.05.2006 Fodele-Beach


Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Sie in der Anlage ersehen können, habe ich bei Ihnen eine Urlaubsreise für unsere kleine Familie gebucht.

Durch die Beschreibung laut Internetpräsens „Holidaycheck“ freuten wir uns eine traumhafte Reise, wurden aber herb enttäuscht.

Beim einchecken am Frankfurter Flughafen der erste Schock: Drei Personen mit drei Koffern à 20 KG. Einer zuviel, da nur für zwei Erwachsene je ein Koffer mit 20 KG gebucht ist! Sind Sie schon einmal mit einem 18 Monate alten Kind verreist? Ein Kleinkind benötigt bekanntlich am meisten Kleidung für einen Urlaub. Zum Glück war die Dame am Check-In verständnisvoll…

Wir landeten auf Kreta. 20 Grad und Regen. Wir haben uns davon nicht stören lassen, denn am Wetter kann zum Glück niemand etwas ändern. Am Flughafen wurden wir sehr nett von einem Mitarbeiter Ihres Hauses begrüßt, dann ging es per Bus weiter zum 4-Sterne-Hotel Fodele-Beach.

Dort angekommen teilte uns die Dame an der Rezeption ein Zimmer für die nächsten 10 Tage zu. Zimmernummer 896 sollte es sein. Leider war dies die erste große Enttäuschung! Das Zimmer war gerade mal so groß, dass man um das Doppelbett herumlaufen konnte. Das Kinderbett, welches für unseren 18 Monate alten Sohn nötig war, stellte man vor die Balkontüre, allerdings konnten wir hierdurch nicht mehr auf den Balkon gelangen. Man stellte das Kinderbett auf die andere Seite des Doppelbettes, nun konnten wir den Kleiderschrank nicht mehr öffnen! Der Balkon mündete direkt über der Großküche des 4-Sterne-Hauses, hierdurch war sichergestellt, dass der Gestank der Küche auch sicher und ungefiltert in unser Zimmer eindringen konnte. Im Badezimmer, welches nicht wirklich sauber war, tropfte das Abflussrohr des Waschbeckens und in der Badewanne tummelten sich griechische Ameisen… Das Zimmer ist vielleicht einem Pärchen ( welches aber schon sehr verliebt sein muss ) zuzumuten, aber für 10 Tage und drei Personen ist ein solches Zimmer wirklich nicht tragbar! Ich ging an die Rezeption, da niemand von der Reiseleitung Ihres Hauses vor Ort war. Die nette Dame am Empfang stellte mir den stellvertretenden Hotelmanager vor, der mit mir nur Englisch sprach, obwohl sich kurz vor unserer Abreise herausstellen sollte, dass dieser auch sehr gut Deutsch spricht. Egal, Englisch kann ich auch. Er teilte mir mit, das alle Familienzimmer ausgebucht sind und er mir, wenn überhaupt, dann ab morgen ein Superiordoppelzimmer ( Zimmernummer 907 ) anbieten könne. Dies koste allerdings nochmals 360,00 Euro Aufpreis. Wir wurden dann auf englisch bei 180,00 Euro Aufpreis handelseinig, wobei ich dies noch immer als Frechheit empfinde. Als ich meine Kreditkarte zog, war auch dieser Herr auf einmal nett zu mir. Nun war die Zimmeraktion erledigt.

Da das Wetter schlecht war, vertrieben wir uns die Zeit mit der Erkundung der von Ihnen in Ihrer Katalogbeschreibung beschriebenen Möglichkeiten.
Wir fanden den Kinderspielplatz, allerdings in einem derart verwahrlostem Zustand, dass hier ein sicheres Spielen meines Sohnes nicht gewährleistet war. Also: keine Nutzung möglich! Die beiden Tennisplätze und der Basketballplatz waren umfunktioniert zu einer großen Lagerstätte verschiedener Baustoffe, welche für die Baumaßnahmen zur Erweiterung der Hotelanlage nötig waren. Somit viel auch dieser Zeitvertreib flach!

Wir sahen uns die Poollandschaften und die Sonnenterassen an. Diese waren sehr schön ( wie das Hotel eigentlich auch ) angelegt. Nur nutzen sollten wir aufgrund des schlechten Wetters auch diese nie… Die nette Poolbar und alle restlichen Bars im Außenbereich und am Strand waren ebenfalls schön anzusehen, aber leider während unseren gesamten Aufenthaltes geschlossen! Ganz zu Schweigen von dem „Schönen Amphitheater“. Dies wurde ebenso nie für eine Aufführung oder dergleichen genutzt. Was auch gut so war, da sich direkt daneben eine furchtbar riechende Kloake befand…
Unten am Strand angekommen, wollten wir wieder mit der hoteleigenen Minibahn bequem nach oben zur Lobby des Hotels fahren. Die Bahn kam nie… Sie fuhr nicht einmal während unseres gesamten Aufenthaltes…
Auf dem Weg nach oben entdeckten wir die „Spielhölle“ mit Billard, Dart und Spielautomaten. Dieser Raum hatte die Eigenart, dass er zum Teil als Lagerstätte für diverses Strandmobiliar diente. Egal, wir wollten was spielen, allerdings war auch dieses Vorhaben schwieriger als erwartet. Ein Drittel der Automaten war ausgeschaltet und sollte auch nicht mehr in Betrieb genommen werden. Die restlichen Automaten funktionierten nur teilweise oder überhaupt nicht. Unser Geld haben diese Geräte gerne genommen, funktioniert haben sie nicht und zurückbekommen haben wir auch nichts mehr…


In voller Erwartung ging es nun zum Abendessen mit schmackhaftem und abwechslungsreichen Buffets.
Man gab sich sichtlich Mühe, neben griechischer Küche auch deutsche und italienische Kost anzubieten. Es gab reichlich Gyros, Fisch, Braten und Pasta. Auch an Beilagen und Salaten fehlte es nicht. Doch schmackhaft konnte man diese Speisen sicherlich nicht nennen. Und spätestens am dritten Tag des Urlaubes stellte man fest, dass es alles andere als abwechslungsreich war! Bereits am zweiten Tag bekam mein Sohn Durchfall, welcher noch bis zur Heimreise anhalten sollte.
Am Frühstücksbuffet erwartete uns auch nicht wirklich ein 4-sternewürdiger Auftritt. Freute man sich auf frisch gepressten Orangensaft, war man in diesem Hotel fehl am Platz. Es verwunderte schon sehr, dass wir Wasser mit Orangensaftkonzentrat ( irgendeinem Billig-Sirup ) angerührt bekommen haben, obwohl die umliegende Landschaft nur so von vollen Orangenplantagen strotzte! Den „Bacon“ als gebratenen Schinken zu definieren viel uns sehr schwer, dieser sah eher aus wie irgendein Schinkenersatz. Die dazugehörigen „Eggs“ schwammen nur so im Öl, doch das störte uns weniger als die zwei Sorten Aufschnitt welche sich nur in ihrer Farbgebung und nicht im Geschmack unterschieden und täglich gereicht wurden.
Das komplette Buffet war alles in allem, angefangen vom Frühstück über das Mittagessen und letztendlich dem Abendessen, eine sich jeden Tag wiederholende Katastrophe! Das Essen wurde wirklich nicht einem angeblichen 4-Sterne Haus gerecht! Dies war auch die überwiegende Meinung aller anderen Urlaubsgäste.
Selbst unser einmaliger Besuch im hoteleigenem A-la-carte-Restaurant war ein totaler Reinfall…

Bei den Getränken abends an der Lobbybar sollten sich unsere Erfahrungen mit dieser Hotelanlage bestätigen. Es wurden selbstverständlich auch zum mixen diverser Cocktails die billigsten Tetrapacks mit Fruchtsaftkonzentrat verwendet. Dementsprechend schmeckten diese wenig alkoholischen Kaltgetränke…

Nach sechs Tagen „4-Sterne-All-Inklusive-Fodele-Beach“ auf unterstem Niveau und zunehmend schlechtem Wetter, hatten wir endgültig genug! Wir teilten unseren Unmut über diesen „Urlaub“ Ihrer Reiseleiterin mit, mit der Bitte um sofortigen Rückflug. Dies war nun auch dringend notwendig, da unser Sohn nun bereits den fünften Tag mit stark zunehmenden Durchfall ( vom lecker Essen ) zu kämpfen hatte und nun dringend zum Arzt musste.

Ihre überaus verständnisvolle Reiseleiterin vor Ort arrangierte sofort alles notwendige, dass wir am folgenden Tag ( Freitag, dem 05.05.2006 ) unsere Heimreise antreten konnten. Wir packten unsere unbenutzten Badesachen ein und konnten es kaum erwarten früher als geplant aus unserem hart verdienten Urlaub nachhause zukommen.

Endlich zuhause angekommen ging es sofort zum Kinderarzt. Unser behandelnder Arzt hier in Deutschland schickte eine Stuhlprobe meines Sohnes an das zuständige Labor, welches auch gleich die Meldung an das Staatliche Gesundheitsamt in Aschaffenburg weitergab: Mein Sohn hat eine Salmonellenvergiftung davongetragen, welche die genaue Bezeichnung Campylobacter–JeJuni trägt! Dies ist nun die Krönung unserer Enttäuschung!!!

Ich schreibe Ihnen das alles, da ich mich um mein wirklich hart verdientes Geld irgendwie betrogen fühle!
Wir haben uns anhand Ihrer Katalogbeschreibung auf einen angenehmen und erholsamen Urlaub auf Kreta in Verbindung mit einem schönen Hotel gefreut. Bekommen haben wir eine solche Leistung Ihrerseits leider nicht!
Wir sind wirklich sehr enttäuscht über diesen um drei Tage verkürzten „Urlaub“ und möchten Ihnen dies auf diesem Wege mitteilen.

Auch wenn ich vieles in diesem Schreiben ins lächerliche gezogen habe und alles etwas ironisch niederschreibe, Ihnen sollte die Ernsthaftigkeit dieser Beschwerde an Herzen liegen. Nicht zuletzt dadurch, da ich nicht davor zögern werde, rechtliche Schritte einzugehen um diese Angelegenheit zu klären…

Ich bedanke mich für Ihre schnelle Bearbeitung und eine adäquate Lösung zu diesem Sachverhalt und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Sascha Elbert
Anlage:
Ihre Katalogbeschreibung
Kopie Buchungsunterlagen
Kopie Zahlung Aufpreis Zimmer
VIELE GRÜSSE, SASCHA :smilie62__bouss01_gif

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Haiko
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Beitrag von Haiko » Do. 18.05.2006, 15:29

...ich wäre Amok gelaufen!
Gruß vom
Haiko
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See-Wolf
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Beitrag von See-Wolf » Do. 18.05.2006, 16:48

Familie Elbert:
Echt schade um die eigentlich schönste Zeit des Jahres. Bisher hatten wir doch immer Glück, aber auch Holiday-Check scheint und ist ziemlich gefaked. Die Salmonellenvergiftung ist allerdings der absolute Hammer. Angesichts der nachweislich verdorbenen Lebensmittel muss sich der Reiseveranstalter aber einiges einfallen lassen. In seiner Haut und Dir als Opponent möchte ich nicht stecken.

Beste und schnellste Genesungswünsche an den Namensvetters meines treuen Begleiters und Kopf hoch der gesamten Familie: Gutes Wetter und AI-Atmosphäre verspreche ich Euch am Rhein.
Gruß
See-Wolf

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Velocity
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Beitrag von Velocity » Sa. 20.05.2006, 20:49

Hallo Sascha,

hoffentlich geht es Ben wieder besser. Ich hab immer geglaubt, dass nur wir ind die Sch... greifen.
Lass dich bloß nicht unterkriegen.

Mfg
Stefan
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